Geschichtsschatz in der Nachbarschaft

Exkursion zum Bundesarchiv in der Finckensteinallee

Wenn wir in der Schule ein Geschichtsbuch aufschlagen, haben wir meist einen hohen Objektivitätsanspruch an das Wissen, was uns dadurch vermittelt wird. Doch woher kommen die Quellen für diese Geschichte und wie werden diese aufbewahrt?

Bei unserem Besuch im Bundesarchiv in der Finckensteinallee im Herbst 2019 sind wir dieser Frage nachgegangen. Im Bundesarchiv wird das Archivgut der Bundesbehörden und ihrer Vorgänger sowie der Behörden der DDR verwahrt, um das historische Wissen auch für die Nachwelt festzuhalten. Schwerpunkt dieser Sammlung sind die Phasen des Deutschen Kaiserreiches, der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der Geschichte beider deutscher Staaten, Bundesrepublik Deutschland und DDR. Zu diesen Themenkomplexen kriegt das Archiv Unterlagen von politischen Institutionen oder aus Nachlässen. Für den Beruf eines Archivars auszuüben muss eine archivfachliche Ausbildung, ein duales Studium oder ein Referendariat absolviert werden, ein Geschichtsstudium ist nicht zwingend notwendig.

Die Archivare bewerten anhand fester vorgegebener Kriterien die Archivwürdigkeit des Schriftgutes und damit ob es verwahrt oder aussortiert wird. Uns hat überrascht, dass ein Einzelner über die Auswahl von Wissen entscheiden darf.

Die Dokumente werden von öffentlichen und privaten Verwaltungen, oder auch von Privatpersonen zur Aufbewahrung abgegeben. Neben der Übernahme von archivreifem Schriftgut gehört die Bewertung davon, sowie die Beratung und Recherche zu den wesentlichen Aufgaben der Archivare. Ein großer Teil des Archivgutes ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich, das heißt die Dokumente können von jeder Person eingesehen und benutzt werden. Es gibt jedoch auch Archivgut, das nur von bestimmten Personen eingesehen werden darf. Nicht jeder Archivar ist befugt geheime Archivalien einzusehen.

Wie streng die Nutzungsvorschriften tatsächlich sind, ist uns vor allem bewusst geworden, als wir darum gebeten wurden, einen Benutzungsantrag auszufüllen, um das Foto von einem Archivale in diesem Webeintrag einzufügen.

Da das Archivgut möglichst lange aufbewahrt werden soll, müssen ideale Voraussetzungen geschaffen werden. Dazu gehört eine Raumtemperatur von ca. 18 °C. Allgemein gilt, je niedriger die Temperaturschwankung, umso besser. Dabei sollte eine Temperatur von 23 ° C nicht überschritten werden. Auch für die Luftfeuchtigkeit gilt es Schwankungen zu vermeiden um das Papier vor Schimmel, oder Brüchigkeit zu bewahren. Allgemein sollte die Luftfeuchtigkeit etwa 50% betragen.
Auch ein ungehinderter Lichteinfluss wird vermieden, da das an dem Archivgut Schäden durch Vergilben, Austrocknen und Ausbleichen verhindert.
Als weitere Bestandserhaltungsmaßnahme und zum besseren Zugriff auf das Archivgut werden auch zunehmend mehr Archivalien digitalisiert.

von Mirella Janev und Alexandra Hubrich

 
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Blumenstraussprojekt 2019

Besuch bei Herrn Dr. Baader

Je geringer die Anzahl der Zeitzeugen wird, umso bedeutsamer werden für unsere SchülerInnen diese Begegnungen:
Wie bereits in den vergangenen Jahren hatte eine Gruppe unseres Gymnasiums das Glück, im Rahmen des Blumenstraußprojekts des SenBJF einen Besuch bei einem Holocaust-Überlebenden zu machen.
Im Jahr 2019 durfte eine Gruppe von OberstufenschülerInnen Herrn Dr. Baader besuchen.

Lesen Sie hier einen ausführlichen und äußerst empfehlenswerten Bericht eines teilnehmenden Schülers.