KALENDER DES GOETHE:
Dezember 2018
MoDiMiDoFrSaSo
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31 
Bildungsspender:
MINT-Schule
Mint-Schule.
Klima-Schule
KONTAKT:
Goethe-Gymnasium Lichterfelde
Drakestraße 72-74
12205 Berlin

T: +49 (0)30 844 16 730
F: +49 (0)30 844 16 731

Mo - Do7:30 - 14:00 Uhr
Fr7:30 - 13:00 Uhr

sekretariat@goethe-lichterfelde.schule.berlin.de

Oder nutzen Sie das Kontaktformular

Schüleraustausch Fayetteville

Wie aus Goethe eine Bulldogge wurde

Es geschah im Schuljahr 1982/83. Eine Englischlehrerin bei Goethe hatte sich um ein Austauschjahr an einer amerikanischen Highschool beim Pädagogischen Austauschdienst der Kultusministerkonferenz beworben und wurde nach Fayetteville / Arkansas geschickt. Für sie kam ein amerikanischer Lehrer, der bei uns ein Jahr lang den Englischunterricht der Kollegin gab. Während des Schuljahres wurde beschlossen, die Kollegin mit Schüler/innen zu besuchen. Hilfe dabei bot wiederum der pädagogische Austauschdienst mit seinem GAPP-Programm (=German American Partnership Program) an. Er bezuschusst die Reisekosten und bietet Lehrern und Schülern Hilfe und Informationen an.
Aus dem Besuch wurde unser erfolgreichstes Austauschprogramm. Wir zählen nicht mehr, wie oft schon Schülergruppen von uns die High-School in Arkansas besucht haben und wie oft schon Gruppen aus Fayetteville bei uns zu Gast waren.
Es geht immer um die gleichen Ziele: Das Dreiwochen-Programm im Herbst (eine Woche Herbstferien müssen dafür geopfert werden) wendet sich in erster Linie an Schüler und Schülerinnen der Leistungskurse Englisch, die noch keinen längeren Aufenthalt in einem englischsprachigen Land verbrachten. Der Schwerpunkt liegt in der Schul- und Familienerfahrung, wobei die Schüler/innen bei Gastfamilien von Schülern der Partnerschule wohnen und mindestens zwei Wochen lang täglich die Schule von 8 – 15 Uhr besuchen. Zwei bis drei Ausflüge, die vom Foreign Language Club der Highschool organisiert werden, führen zu den Sehenswürdigkeiten des Mittelwestens, nach Oklahoma in das Land der fünf zivilisierten Indianerstämme etwa, zu alten Forts und Kriegsschauplätzen des Bürgerkrieges oder in die beeindruckende Höhlenlandschaft entlang des Buffalo River. Ein so genanntes “Stopover-Programm” am Ende der Fahrt soll den Schülern die ganz andere Welt im Osten der USA, New York City, vermitteln. Hierbei geht es dann zu wie auf jeder anderen Kursfahrt: Unterkunft in einem Jugend-Hotel, Besichtigungen und Abendprogramm. Wichtig für uns bleibt aber der Kontakt zu den Schülern/innen und Lehrerinnen und Lehrern unserer Partnerschule. Aus den Begegnungen sind langjährige Freundschaften erwachsen, Studienschwerpunkte entstanden, ja sogar Hochzeiten und Wahl der Heimat in Arkansas.
Das Maskottchen der Fayetteville High-School ist eine lilafarbene Bulldogge. Sie ziert die Schule, T-Shirts und liefert die Slogans für die Fußballspiele der Schulmannschaft: Go, dogs, go!
Was Goethe wohl dazu sagen würde! Wahrscheinlich auch: “Go West, young man and woman!”

Weiter unten könnt ihr den aktuellen Fahrtenbericht von 2018 lesen.

 
Klicken Sie auf das Bild oder auf unten stehende(n) Links!

Fayetteville 2018

Unsere Schule nimmt seit dem Schuljahr 1982/83 am GAPP-Programm teil, das uns einen Austausch mit einer amerikanischen High School ermöglicht. In diesem Fall ist es die Fayetteville High School in Fayetteville, Arkansas.

Im Mai 2018 war es soweit, die uns zugeteilten Amerikaner kamen nach Berlin. Für zwei Wochen unternahmen wir viel mit ihnen und haben uns echt sehr gut untereinander befreundet. Die Verkehrssprache war die meiste Zeit auch Englisch, da der Sprachenunterricht in Amerika ein wenig anders ist…
Nachdem die Austauschpartner zurück nach Fayetteville geflogen waren, konnten wir es kaum erwarten, selber bald ins Flugzeug zu steigen, um endlich das amerikanische Leben kennenzulernen.

Im Oktober dieses Jahrs war es dann soweit: Wir flogen um sieben Uhr morgens von Berlin mit mehreren Zwischenstopps nach Fayetteville. Wie es sich natürlich für Jugendliche in Amerika gehört, holten sie uns mit ihrem Auto ab. Die Eindrücke, die man am ersten Tag schon sammelte, waren einfach unbeschreiblich. Die Entspanntheit und Gastfreundlichkeit der Amerikaner ist einfach überwältigend – noch nie habe ich mich so willkommen gefühlt, wie da. Als dann allgemein am nächsten Tag der Jetlag nachließ, bemerkte man erst, dass man ja tatsächlich auf einem komplett anderen Kontinent war. Die Sprache und Verständigung war überhaupt kein Problem – man lebt sich so schnell ein, dass man gar anfängt in Englisch zu denken.
Unser Programm in Fayetteville war so abwechslungsreich und aufregend, dass sich die zwei Wochen angefühlt haben wie sechs Wochen Sommerferien. Wir als Gruppe haben ab und zu Ausflüge gemacht, wir haben eine Wanderung ins Gebirge gemacht, den Bürgermeister besucht, die Universität besichtigt und Vorträge in der High und Middle School über Berlin gegeben. Doch den meisten Spaß hatten wir mit unseren Austauschpartnern. An den Tagen, an denen wir keine Ausflüge hatten, waren wir mit unseren Partnern in der Schule. Die Fayetteville High School hat knapp 2800 Schüler und ist auch dementsprechend so groß. Die Fächerauswahl ist riesig, es gibt „Filme schneiden“ oder „Graphic Design“ als reguläre Fächer, Dinge, die wir uns hier nicht als Fach vorstellen können, sind für die Amerikaner reguläre Fächer.
Unser Schultag begann in der Regel sehr entspannt um neun Uhr morgens – endlich war ich mal ausgeschlafen in der Schule… Die meisten Schüler fahren mit dem Auto zur Schule, da man in Amerika ab 16 alleine Auto fahren darf. Der Parkplatz hat so viele Autos, wie wir Fahrräder an der Schule haben und die, die noch kein Auto fahren, kommen mit den typischen gelben großen Schulbussen zur Schule.
Ein weiteres Merkmal einer Highschool ist das riesige Sportangebot. Football, Soccer, Cheerleading, Cross Country, Tennis, Baseball, Basketball und auch Golf sind nur einige der vielen Sportarten, die angeboten werden. Auch die Professionalität ist überragend. Jeden Tag schweißtreibendes Training mit richtigen Trainern, teilweise sogar zwei Trainingseinheiten am Tag. Dementsprechend ist auch das Equipment der Schule und die Einstellung der Schüler sehr professionell. Das gleiche Prinzip gibt es auch für Musik-AGs: Zwei Chöre, ein riesiges Orchester und eine „Marching Band“, sie alle proben in einem Saal, der gefühlt so groß wie unsere gesamte Schule ist.
Nach der Schule ging es dann auch nach Hause mit unseren Partnern. Ich glaube, ich hatte noch nie so viel Fastfood gegessen wie in Fayetteville: Unzählige Chicken- und Burger-Läden – und überall waren die Pommes ein wenig unterschiedlich. Hätte ich nicht jeden Tag an der Laufsportgruppe in der High School mitgemacht, wäre ich mit fünf Kilo mehr nach Hause gekommen.
Unsere Austauschpartner waren klasse, auch wenn sie auf einem anderen Kontinent leben, teilt man gleiche Interessen. Deshalb war auch der Abschied dementsprechend schwer.
Doch als kleinen Trost waren wir Deutschen noch für vier Tage in New York in einem Hotel, direkt in Manhattan, beim Madison Square Garden. Auch New York nur mit Freunden und zwei sehr entspannten Lehrern zu sehen, war eine sehr tolle Erfahrung. Alles in allem kann ich glücklich zurückblicken: Der Austausch öffnet einem die Tür, eine völlig neue Kultur kennenzulernen und sehr nette Menschen zu treffen. Zum Glück treffen wir die Austauschpartner nächstes Jahr in Florida – dann natürlich ohne Lehrer…

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, am Austausch teilzunehmen, dem rate ich dringend dazu. Solche tollen Erfahrungen sind einmalig!

Arthur Winter